Rosenthaler Platz verliert den Rest seines Gesichts.

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Dieser Beitrag hat 11 Kommentare

  1. Andreas

    Und wenn Berlin sein Gesicht irgendwann mal verloren hat, fahre ich nicht mehr hin. Dann ist es eine Großstadt wie jede andere auch, sonst nix. Aber bis dahin gibt’s ja noch ein paar Motive.

  2. :-)

    Eine Stadt verändert sich. JEDE Stadt verändert sich.
    Das Gesicht einer Stadt ist immer nur temporär.
    Berlin ist da keine Ausnahme. Trotzdem wird Berlin nie wie andere Städte sein.
    Übetreibt es doch nur nicht immer so derart mit Eurer Trauer. Irgendwann wird auch der Potsdamer Platz (und was sonst noch so der verhassten Moderne zugehörig ist) erstens alt sein, und zweitens abgerissen werden.

    Die Notwendigkeit eines Hotels an der Stelle sehe ich allerdings auch nicht. Veränderungen sind halt nicht immer gut oder sinnvoll. Aber sie finden statt, nichts und niemand wird konserviert in diesem Leben :-)

  3. grapf

    He, Smily, wer übertreibt denn hier?
    Und was willst du mit deinem Kommentar eigentlich sagen? Was ist dein Anliegen?

  4. :-)

    Ganz einfach:
    Vielleicht nochmal in Ruhe durchlesen, die Message ist bereits enthalten :-)
    Der Platz wird zwangsläufig sein Gesicht (das übrigens auch nicht immer so aussah) verlieren, das nennt man Stadtentwicklung. Und diese wiederum ist kein Berliner Phänomen, und auch keines dieser Zeit, es gab sie schon immer, und es wird sie immer geben.

  5. grapf

    Ganz einfach, klar.
    Und weil das immer schon so war, ist es auch gut so, eh nicht zu ändern und überhaupt – nicht der Erwähnung wert, oder wie?

  6. Sigurd

    Das kann man auch anders sehen. Wie schrieb doch Jakob Burckhardt schon vor 100 Jahren in seinen ‘Weltgeschichtlichen Betrachtungen’: „Die Kontinuität der geistigen Erinnerung ist . . . ein wesentliches Interesse unseres Menschendaseins und ein metaphysischer Beweis für die Bedeutung seiner Dauer . . . Unsere unerfüllte Sehnsucht nach dem Untergegangenen ist auch etwas wert . . . Die verehrende Kraft in uns ist so wesentlich als das zu verehrende Objekt“.
    Auch wenn er dabei wohl eher die großen Kunstwerke der Antike im Sinn hatte, das Bewahren der Erinnerung, auch in Form von Photos, ist eine wichtige und dankbare Aufgabe.

  7. Andreas

    Hallo!
    Wir sollten nicht streiten. Sicher wird Berlin nie so sein wie irgendeine andere Großstadt. Ich wollte nur sagen, dass es mir reicht, wenn man schöne, alte Gebäude abreißt, um einen neuen Glaspalast aufzubauen. So geschehen in unserer Stadt. Mittendrin ein herrliches Industriedenkmal (Kaiser’s Kaffee – die kommen nämlich aus meiner Heimatstadt). Man reißt es ab, baut ein modernes, verwinkeltes Kreishaus, das aussieht wie ein Gefängnis, daneben einen Einkaufspark, der mehr leersteht als Geschäfte hat mit einer Menge Etagen obendrauf, die kaum jemand bewohnen will. Kino und Kneipen sind ebenfalls seit Jahren verwaist. Es hat einfach keinen Flair. Nur die ehemalige Villa ist stehengeblieben. In der ist jetzt die städtische Kunstgalerie untergebracht. Ein wunderschönes, altes Haus, fast wie eine Berliner Stadtvilla.

    Aber jetzt mal einen Kommentar zum Bild: Sieht schon klasse aus, sehr knackige Farben und gut angeschnitten.

  8. :-)

    @grapf

    Wir könnten natürlich auch im Stillstand verharren.
    Wenn das besser ist. Ich sehe Stadtentwicklung als natürlichen Prozess, nicht im Sinne des Kapitalismus oder Großinvestoren, die Stadt entwickelte sich immer und zu allen Zeiten unter allen Herrschern und Systemen, und sie wird sich weiter entwickeln.

    Damit soll nicht gesagt sein, dass es nicht erwähnenswert ist. Wie Sigurd schrieb, Erinnerungen sind wichtig und machen uns Menschen aus.
    Mir geht es nur um das krampfhafte Festhalten am Alten, während Neues grundsätzlich gesichtslos ist, oder Gesichtsverlust darstellt. Die urmenschliche Scheu vor der Veränderung, von der auch ich nicht frei bin.

    Ich will Sie doch nicht ärgern, es geht mir ums Prinzip.
    Wer bestimmt, was (architektonisch) erhaltenswert ist und was nicht? Das ist mir alles etwas zu temporär-subjektiv definiert.

    @Andreas:
    Was ist “alt” und was ist “neu”?
    Ich glaube, irgendwann sind Glaspaläste auch alt und werden ersetzt, und eine Generation wird darum trauern. Kein Architekturstil bleibt ewig. Allein am Alter eines Hauses schön und hässlich festzumachen, ist das nicht voreilig? Modern ist etwas nur so lange, bis es eben alt ist, und wieder anderes modern.
    Industriebauten waren auch alle mal hochmodern, und immer im gleichen Stil, wovon die Menschen dieser Epoche wohl auch irgendwann die Nase voll gehabt haben dürften.

    Es ist der Lauf der Welt, dass Dinge sich verändern und mitunter auch Altbewährtes, Liebgewonnenes schwindet – ja, und es wird immer so bleiben. Je eher man das einsieht, desto besser.

    Ich zünde jetzt mal eine Kerze an, für all die schönen Schlösser und Burgen, die im Lauf der Jahrhunderte schon in unserer Stadt verschwunden sind, sowie unsere schöne Akzisemauer und die dazugehörigen Stadttore…an die denkt nämlich auch keiner mehr! :-)

  9. Sigurd

    Herr Smily, waren Sie schon mal in Städten wie – sagen wir mal – Köln, Solingen oder Essen? Dort waren die Kriegszerstörungen so groß, daß ganze Stadtviertel neu hochgezogen werden mußten. Und nein, die Nachkriegsarchitektur setzt mit der Zeit leider keine Patina an. Schön ist da nur das Gefühl beim Abreisen, dieses Gefühl von: Gottseidank muß man so nicht selbst leben…

  10. Max

    Sigurd, ich möchte behaupten, dass das eher ein Problem des Städtebaus als das der Architektur ist. Die dichte Stadt hat man nur einmal wirklich in Frage gestellt, nämlich im 20. Jahrhundert (und aus gegebenem Anlass nach dem Krieg). Einzelne Stile hingegen werden von ihren Nachfolgern im Prinzip kategorisch abgelehnt (oder doch zumindest kritisiert), sonst würde letztlich ja keine Entwicklung stattfinden. Das ist nicht nur beim Bauen so, sondern auch in der Kunst, genauso wie im Produkt-Design.
    Ich kann mich beispielsweise an Nachkriegsarchitektur in Berlin erfreuen, auch an manchen ganz alltäglichen Wohnungsbauten. Mittlerweile beginne ich auch Verständnis für die IBA 84 zu entwickeln…das kommt alles mit der Zeit. Mal früher, mal später. War mit der mittelalterlichen Stadt so, und war auch mit der gründerzeitlichen Stadt so.
    Trotzdem, hört nicht auf zu kritisieren, ansonsten ändert sich ja nichts… ;)

  11. Cameron

    Thank goodness for Google’s translate tool. It was interesting reading all these comments!

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